New York – Dre
New York – Dresden
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Presse29.06.2007 - 10.07.2007
Wissenschaftleraustausch zwischen dem Metropolitan Museum of Art und den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden bringt wertvolle Erkenntnisse
Carmen C. Bambach ist Kuratorin des „Department of Drawings and Prints“ im Metropolitan Museum of Art in New York und gehört zu den besten Fachleuten weltweit. Im Juni 2007 war die Museumswissenschaftlerin in Dresden, um im Kupferstich-Kabinett der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden die italienischen Zeichnungen zu studieren. Die Werke waren zum großen Teil bereits in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts nach Dresden gelangt, als August der Starke umfangreiche Zeichnungskonvolute für sein 1720 gegründetes Kupferstich-Kabinett erwarb.
Innerhalb weniger Tage ist es der amerikanischen Expertin gelungen, im Bestand des Kabinetts, der heute rund sechzehnhundert italienische Zeichnungen des 14. bis 18. Jahrhunderts umfasst, spannende Entdeckungen zu machen. Das heißt, sie konnte einige bisher als unbekannt geltende Arbeiten oder Zeichnungen, die anderen italienischen Meistern zugeschrieben waren, eindeutig zuordnen. Zuschreibungen dieser Art verlangen eine überaus gründliche Kenntnis der Materie, ein „gutes Auge“, Gespür und eine lebenslange Erfahrung. Bei der ungemeinen Vielfalt der Künstler und Kunstwerke, sind alle Museen auf eine solche, kollegiale Hilfe anderer Experten angewiesen.
Im Dresdner Bestand identifizierte Carmen Bambach nun unter anderem Arbeiten des florentinischen Hauptmeisters des Manierismus Agnolo Bronzino und seines sienesischen Zeitgenossen Domenico Beccafumi, gesuchte und heute hoch gehandelte Kunstwerke. Wer näheres wissen möchte, muss allerdings auf die Veröffentlichung der Forschungsergebnisse warten, die bald in einer internationalen Fachzeitschrift erfolgen wird. Denn es ist Ehrensache, dass dem Entdecker das Recht auf Erstveröffentlichung gebührt.
Der Forschungsaufenthalt der amerikanischen Kunsthistorikerin in Dresden ist Ergebnis eines Wissenschaftleraustausches zwischen dem Metropolitan Museum of Art und den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, der vor zwei Jahren begann. Die außergewöhnliche Möglichkeit, in einer befreundeten Sammlung ungestört arbeiten zu können, sich ganz der Wissenschaft zu widmen, ist Henry Arnhold zu verdanken. Er gehört zur bekannten Bankiers-Familie, die vor dem Zweiten Weltkrieg in Dresden und Berlin eine große Rolle auf wirtschaftlichem, sozialem, wissenschaftlichem und kulturellem Gebiet spielte. Ihr Bankhaus „Gebr. Arnhold“ gehörte bis zur Enteignung durch die Nationalsozialisten zu den größten Privatbanken Deutschlands. Die Liste der Künstler und Wissenschaftler, die im Hause Arnhold aus und ein ging, liest sich wie ein „Who ist Who?“. Dazu gehörten u.a. Albert Einstein, Wassily Kandinsky oder Walter Gropius. Herausragend war auch das Engagement der Familie auf gesellschaftlichem Gebiet. Das „Arnhold-Bad“ in Dresden zeugt noch immer davon.
Henry Arnhold lebt heute in New York. Sein Herz aber hängt wie eh und je an der alten Heimat. So ist seine Sammlung Meißner Porzellans berühmt. Mit der Ermöglichung dieses Wissenschaftleraustauschs zwischen New York und Dresden hat er dies doppelt bewiesen.
Dr. Stephan Adam
Pressesprecher und Leiter Kommunikation
Staatliche Kunstsammlungen Dresden
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